Nachdem wir viele Jahre die Ranger 29 gesegelt sind, haben wir im Herbst 2010 eine Najad 34 aus dem Jahr 1983 gekauft. Das Schiff hat uns sofort begeistert, war in einem hervorragenden Zustand und stand in Lübeck in einer Halle.

Der Weg dahin war nicht ganz einfach. Viele Schiffe in Holland und Deutschland haben wir angeschaut. Darunter Feeling, Southerly, Halberg Rassy und noch einige mehr. Entweder hat uns der Zustand nicht gefallen oder sie passten nicht zu unserem Budget. Irgendwann haben wir uns dann von der Vorstellung, im Wattenmeer trocken zu fallen verabschiedet und auch von der Idee eines Decksailers. Eine wunderbare Halberg Rassy in Cuxhafen hat uns total begeistert, nur gab es innen für mich keine Stehhöhe. Das kannte ich zur genüge von der Ranger und kam dann nicht in Frage. Und so landeten wir bei der Najad 34 und schauten uns viele an. Ein super Exemplar, dass wir sofort gekauft hätten, lag in Holland. Aber es gab einen Interessenten der vor uns da war. Nach vielen Besichtigungen die uns alle nicht zusagten, fanden wir schließlich eine in Lübeck. Sie sollte es sein, war in sehr gutem Zustand und für uns bezahlbar.

Wir bauten noch im Winter einen Backofen ein und im April 2011 kam das Schiff ins Waser. Was uns nicht gefiel, war der Name: Taurus. Wir wollten entsprechend der Tradition einen weiblichen Namen und da das Buch "Jan Himp und die Kleine Brise" eine gewisse Bedeutung in unserer Beziehung gespielt hat lag der Name schnell fest: Kleine Brise.

Die Tauf fand an meinem 60. Geburtstag im April in Schleswig statt. Es war sommerliches Wetter und passend für die ersten Touren mit der Kleinen Brise. Die Freude über das Schiff war groß.

Einen großen Fehler hatten wir leider gemacht:  Das Schiff lag ein oder Mehr Jahre in der Halle und entsprechend alt war der Unterwasseranstrich. Am Ende des Jahres schleppten wir einen riesigen Bart mit uns und hatten große Mühe, das Unterwasserschiff wieder zu reinigen. Kratzen und Schleifen war angesagt. Als neuen Anstrich brachten wir VC17M auf. Sollte wohl gut sein. Nur vertrug er sich offensichtlich nicht mit dem, was noch drauf war. Im folgenden Jahr war schon nach 2 Monaten wieder alles voller Seepocken und Bewuchs. In einer Werft in Schlutup ließen wir es reinigen und neu streichen. Trotzdem war zum Ende des Jahres wieder alles bewachsen. Das Schiff wurde immer langsamer und mit 3 - 4 Knoten schlichen wir im Herbst nach Rendsburg in unser Winterlager. Diesmal suchte ich den Rat bei Mr. Obereider. "Könnt ihr was machen, damit das nicht nocheinmal passiert?"  Sie konnten.

Sie säuberten das Schiff und strichen es mit Hempel Classic. Das mache ich seitdem jedes Jahr und Bewuchs war gestern.

 

 

   
© ALLROUNDER