Ystad - Svendborg

 Fotogalerie

In Ystad beklagen sich die Leute über einen schlechten Sommer. Kalt und viel Regen. Als wir ankommen ist es warm und die Sonne scheint. Wir erleben eine lebendige Stadt und viel Live Musik.

Außerdem findet das jährliche Tattoo statt. Ein Aufmarsch von Militärkapellen aus verschiedenen Ländern. Ist ja nicht so unser Ding aber die Schotten mit ihren Dudelsäcken beeindrucken. Wir wandern in der Stadt rum und besichtigen die schönen alten Häuser, das Kloster mit dem Kräutergarten und die wunderschönen Innenhöfe. Dort besuchen wir auch abends Musikveranstaltungen. Und natürlich besuchen wir den legendären Schiffsbedarfsladen mit einem sagenhaften Sammelsurium von alten Zubehörteilen. Ein richtiger Schiffsflohmarkt. Leider sind wohl die Tage dieses Geschäftes gezählt. Jemand anderes wird das übernehmen. Mal sehen was daraus wird.

Ich bin das 3. Mal in Ystad aber habe es noch nie so schön erlebt wie dieses mal. Muss wohl am Wetter liegen und/oder daran, dass ich hier noch zusammen mit Susanne und Andreas bin.

Aufmerksames Studium des Wetterberichtes lässt uns rasch weiter ziehen bevor wieder die widrigen Südwestwinde kommen. Wir motoren bis zum Falsterbrokanal, ankern dort und dann am nächsten Morgen früh bis Dragör. Ab mittags ist heftiger Wind gegen an angesagt. Morgens geht es noch.

Hier trudelt dann auch am Abend Reinhard ein und wir sind jetzt zu viert. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus nach Kopenhagen. Dragör ist 1. eine sehr schöne Stadt. Sie ist eine alte Fischerstadt und war dann später der Lotsenstandort für Kopenhagen. Der ganze Innenstadtbereich ist sehr homogen mit alten Häusern bebaut die alle unter Denkmalschutz stehen. Dazuz jede Menbge Stockrosen. Und 2. Ist es ein idealer Ausgangsort um Kopenhagen zu besuchen wenn man den Rummel dort umgehen will.

 

Alle 15 Minuten fährt ein Bus. Und 3. ist der Flughafen sehr nah falls man ihn braucht. Wir bummeln durch Kopenhagen und segeln dann mit Nigel zurück. Er hat seine Gäste nach Kopenhagen gebracht und segelt jetzt mit neuen auch nach Dragör. Außer Reinhard und mir sind noch an Bord: Brian und seine Frau, eine Freundin seines Sohnes, die mit ihm 14 Tage zurück in Richtung UK segeln will. Pats Tochter Emily, Mann und 2 Kinder sowie 2 junge Mädchen, von denen die eine als Volontär bei Emily in Neuseeland gearbeitet hat. Also insgesamt 12 Personen.  Verteilt sich gut auf einem 42 Fuß Schiff. Man hat nicht das Gefühl, dass es eng ist.

Am Abend verabschieden wir uns bei einem Whiskey. Es war schön, Nigel kennengelernt zu haben.

Leider passiert dann noch ein Malheur. Reinhard fällt beim von Bord gehen ins Wasser. Zum Glück ist nichts weiter passiert außer einem kleinen Kratzer aber es ist kein so schönes Ende. Damit keiner auf dumme Gedanken kommt: es lag nicht am Whiskey! Wir haben die Vorräte von Nigel nicht geplündert!

Am nächsten Tag kommt der Wind erst aus Südost so dass wir nach Süd segeln können. Später dreht er auf Süd und wir segeln nach Südwest durch den Bögestrom auf die kleine Insel Nyord. Es geistern immer wieder Meldungen herum, dass es dort zu Flach ist. Wir haben kein Problem. Allerdings gibt es sehr viel Seegras und das Echo kann die Tiefe nicht anzeigen. Am besten schaltet man es aus und hält sich an die Tonnen. Das schont die Nerven denn wenn sie andauernd 0.0 unterm Kiel anzeigt ist das kein gutes Gefühl.

Auf Nyord gibt es einen kleinen sympathischen Hafen. Und ein Spaziergang  durch den Ort ist auch ganz schön. Wir essen heute dänisch. D. H. wir grillen auf der Wiese vor dem Hafen.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Kaerebecksminde. Ein schöner kleiner Sommerbadeort. Es ist warm und der Strand ist gut besucht. Es gibt riesige Restaurants die auf einen regen Betrieb während der Saison schließen lassen. Jetzt klingt diese allerdings deutlich aus und es ist nur noch wenig los. Aber es ist unbedingt ein schöner Ort und ein Besuch lohnt sich.

 

Auf der Weiterfahrt nach Omö gibt es ein kleines Desaster.  Von der Slisand erreicht mich ein Hilferuf. Die Mutter von der Schiffsschraube ist abgefallen, kein Wind und ich hole sie ab und schleppe sie in den Hafen. Dann: wo ist eigentlich Reinhard, der müsste doch längst hier sein. „Hoffentlich ist er nicht irgendwo aufgelaufen!“ In dem Moment klingelt das Telefon: „Ich sitze fest und komme nicht wieder runter. Ein Segelboot hat es schon probiert und schafft es nicht.“

Ich frage einen Motorbootfahrer mit weniger Tiefgang und er erklärt sich bereit, rauszufahren.  Reinhard bereitet inzwischen eine lange Leine am Großfall vor. Es klappt und er kommt auch wohlbehalten in den Hafen. Kein Schaden und aufgelaufen sind wir alle schon mal.

Andreas hat inzwischen eine Ersatzschraube gefunden und steigt in den Neoprenanzug. Er kann den Schaden reparieren und so nimmt alles einen guten Ausgang. Segeln ist eben immer wieder auch Abenteuer.

Jetzt liegen wir vor Anker in Svendborg.  Das Segeln hierher war ein Genuss. Mäßiger Wind, kaum Seegang und und dann noch der Wind aus der richtigen Richtung.