Kalmar - Kopenhagen - Kappeln

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Groenhögen ist eine kleine Perle auf der Südspitze von Öland. Ein netter kleiner Hafen, ein wunderhübsches Café und eine schöne Badestelle. Als wir ankamen war es dort wunderbar, klares Wasser und man konnte von einem Steg aus baden mit weichem Sandboden. Am nächsten Tag war die Freude allerdings vorbei. Der Wind hatte gedreht und spülte Algen in die Bucht. Es gibt einen gut sortierten Supermarkt, schöne Häuser und Fischerboote die noch rausfahren. Mit dem Fahrrad kommt man nach 6 km zum Leuchtturm Langer Jan. Hier tummeln sich viele Seevögel und Robben die friedlich nebeneinander auf den Steinen sitzen. Wir waren begeistert.

Von Grönhögen ging es am nächsten Tag nach Sandhamn ca. 30 sm, die wir leider motoren mussten. Im Hafen gab es Leihfahrräder, mit denen wir in das nur 2 km entfernte Torhamn gefahren sind. Im schönen Strandcafe gab es leckeren Kuchen und Kaffee und die Badestelle lud zum Sprung ins Wasser ein.

Mit viel Segelwind von hinten , Ostwind, ging es am nächsten Morgen in die Schären von Karlskrona - eine tolle Schärentour. Unser Ziel Karlskrona haben wir über den Haufen geworfen, denn eine wunderschöne Ankerbucht kurz vor der Stadt konnten wir nicht unbesucht lassen. Das Wasser war klar und wir haben bei der Hitze viel gebadet.

Weiter ging es durch die Schären mit bestem Segelwind zwischen Karlskrona und Karlshamn mit Ziel Tärnö, eine Schäreninsel  8sm nordöstlich von Hanö. Im Nordteil der Insel lagen wir in einer ruhigen Bucht vor Anker und bewunderten mal wieder den Sonnenuntergang. Tarnö hat hübsch restaurierte Lotsenhäuser rund um die Bucht verteilt, mit einem kleinen Steg, der leider schon voll war und einem Restaurant mit Kaufmann, das wir nur aus dem Hafenhandbuch kennen – unser Schlauchboot war schon eingepackt und so konnten wir nicht an Land. Ein Grund diese Insel noch einmal zu besuchen und sie für uns zu entdecken.

Das angekündigte Gewitter am nächsten Morgen kam nicht und wir machten uns auf den Weg nach Hanö, mal wieder mit Motor. Die 8sm waren schnell geschafft und wir schaukelten in den wunderschönen kleinen Hafen mir seinen typisch roten Holzhäusern – alles wie in Bullerbü. Durch einen zauberhaften Wald mit wunderbar geformten und mit Moos bewachsenen Steinen, gelangten wir auf die Ostseite der Insel zu einer tollen Badestelle. Hunger und Durst trieben uns zum Schiff zurück und erst zum Sonnenuntergang sind wir noch einmal zum Leuchttutm gelaufen. Die gesamte Insel ist ein Naturrreservat und es gibt viel Damwild, das einem überall über den Weg läuft und nicht scheu, sondern eher neugierig ist.

Von Hanö ging es weiter nach Käseberga. Käseberga ist berühmt für seine Fischräucherei und seine Schiffssetzung, leider auch wegen seines Gestanks durch faulende Algen hinter der Hafenmauer. Es war uns ein Rätsel, wie die Leute bei diesen Gerüchen mit Genuss im Restaurant über der Mole essen konnten. Wir haben uns leckeren Fisch gekauft und sind zum Sonnenuntergang zur Fotosession zu den großen Steinen der Schiffssetzung gegangen. Die Schiffssetzung besteht zum größten Teil aus Steinen von Gräbern aus der Bronzezeit und ist nach dem längsten und kürzesten Tag des Jahres ausgerichtet. Ein magischer Ort!

Von Käseberga waren wir schnell in Ystad, nur ca.8 sm. Micha und Anna kündigten sich für den nächsten Tag an – große Freude! Wir hatten einen feucht fröhlichen Abend bei uns an Bord. Später kamen noch Michael und Christine dazu, die wir auf unserer Tour schon mehrfach getroffen hatten. Ystad hat sich für uns mit dem Start der Jazzmusikwoche und seinem sauberen schönen Badestrand   von seiner besten Seite gezeigt. Vorm Ablegen in Richtung Dragör tauchten morgens in aller Frühe Andreas und  Susanne auf, die eine Nachtfahrt von Hanö nach Ystad hinter sich hatten. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag in Dragör und machten uns auf den Weg.

45 Meilen waren es nach Dragör, eine Stunde segeln, dann motoren und die letzten 20 Meilen konnten wir wieder segeln. Der Hafen war voll, aber nach einigem Suchen, fanden wir doch noch einen schönen Platz. Durch den Besuch des Forts von Dragör, auf dem man einen  gute Aussicht in alle Richtungen hat, entdeckten wir hinter dem Fort ein wunderbares kleines Seebad. Doro musste wieder sofort ins Wasser, wie so oft schon einfach in Unterhose und Unterhemd- baden war eigentlich nicht geplant.

Kopenhagen bis Kiel

Die letzte Etappe dieses Jahr segelte ich mit Marieke und Phillip. Doro fuhr mit dem Zug nach Bremen und die beiden kamen von Hamburg mit dem Flixbus. Wir wollten in einer Woche Kiel erreichen. Leider war der Wind uns nicht immer günstig gesonnen. Die erste Etappe ging nach Rödvig. Steyns Klint, die Fortsetzung der Kreideküste von Rügen und Mön ist auch immer wieder für einen Spaziergang auf den Klippen gut. Der Wetterbericht kündigte für den Rest der Woche Starkwind aus West an und so planten wir, bis Donnerstagabend die Schlei zu erreichen.  Über Kerebeksdminde (50 m) und Svendborg (40 m) waren wir dann auch Donnerstagnachmittag  in Kappeln (35 m).

Der Himmel verfinsterte sich zusehends und in der Nacht zu Freitag kam der versprochene Sturm tatsächlich. Es rappelte ordentlich und wir waren froh, mit 4 Leinen an Heckpfählen und Steg fest zu liegen.

Am Morgen sahen wir, dass der Wasserstand durch den Sturm mehr als einen halben Meter gesunken war. So wurde aus unserem Törn nach Kiel mit gutem Wind leider nichts. Das Boot ließ sich keinen Meter aus der Box bewegen. Und so beendeten wir hier unseren Törn. Marieke und Phillip nahmen den Bus und Zug nach Hamburg und ich hab mein Boot für mich allein.

Damit schließt sichg auch der Kreis der diesjährigen Reise. Nach 1200 Meilen ist Kappeln wieder erreicht. Hier sind wir gestartet mit einem 150 Meilen Törn nach Ystad am 14. Juni.

Kalmar

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In Kalmar hatten wir zwei schöne Tage. Neben uns lagen Carl und Wiebke (ich bin nicht sicher, ob er wirklich Carl hieß aber es passt) mit ihrer Aphrodite aus Holland. Sie haben ihr Schiff auch in Rendsburg bei Schreiber um nicht immer den langen Weg über die Nordsee zu machen.  So gibt es bestimmt ein Wiedersehen. Lange unterhielten wir uns über die Algenplage. Im Ijsselmeer ist es wohl ganz schlimm geworden und diese warme Wetterlage ist für das Wasser eine Katastrophe. Auch hier sind wir teilweise durch ganze Felder der glibrigen Masse gefahren. Zum Glück ist es weiter drinnen am Ufer und in den Schären nicht so schlimm. Dazu kommen die unzähligen kleinen Fliegen, die sich offensichtlich in dieser Masse von Algen explosionsartig vermehren. Schade.

Der Hafen bot ein lebhaftes Ambiente. Wir hatten einen Platz an den Fingerstegen vor dem Touristenbüro, also mittendrin. Wir haben es sehr genossen. Flanierende Menschen, Musik und Tanz und natürlich jede Menge Hafenkino, so wie wir es manchmal lieben. Und die Schweden respektieren ja sehr die individuelle Ruhebedürftigkeit – jedenfalls die meisten.  Natürlich gibt es auch laute Partys ohne Rücksichtnahme wie wir es in Visby oder Borgholm erlebt haben aber wo gibt es das nicht. Öffentliche Veranstaltungen enden meistens vor 22 Uhr und auch in den Lokalen und Restaurants tritt dann Ruhe ein, wenn die Südländer zum Essen gehen. Am letzten Abend genossen wir ein tolles Konzert auf dem Larmtorget. Die Band sorgte gut für Stimmung und die Schweden konnten alles mitsingen.

Sandskulpturen, Altstadt, Hafen, Fußgängerzonen mit Cafés und Geschäften …. Wir ließen uns gemütlich treiben. Um das Schloss machten wir einen Abendspaziergang und das Länsmuseum muss auf einen Regentag warten. Aber der lässt weiter auf sich warten. Noch ist ein Ende des sagenhaften Sommers nicht in Sicht. Allerdings dreht der Wind auf das für uns günstige Ost.

Schon in Borgholm trafen wir Michael, er lag neben uns. Hier kam er nochmal auf uns zu und wir stellten fest, dass wir uns vom Wieltsee in Dreye kennen. Sein Sohn hat damals – Anfang der 90er Jahre – bei mir am Optikurs teilgenommen. Er kaufte sich dann ein größeres Schiff, die Arielle (ungefähr zur selben Zeit als ich die Mary, die Ranger 29 kaufte) und zog damit nach Hooksiel. Die letzte Begegnung war ein Zuwinken an der Nordspitze von Aerö.  Von ihnen bekamen wir den Tip Groenhagen an der Südspitze von Öland. Dort gibt es viele Seevögel und Robben zu beobachten und eine wideraufgebaute Wikingerburg. Dorthin sind wir jetzt auf dem Weg denn es liegt fast auf unserem Kurs.

 

Visby

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Gotland ist schon eine tolle Insel. Es ist schon beeindruckend. Überall am Strand gibt es zahlreiche Fossilien aus dem Silur, 400 Millionen Jahre alt. Die Raukas sind in der letzten Eiszeit entstanden und dann Visby, eine Stadt in der man sich ins Mittelalter und in die Zeit der Hanse zurückversetzt fühlt und dann natürlich das jetzt und heute mit lautem Rock und Pop. Dazwischen noch eine Elvis Imitation. Überall in der Stadt gibt es Musik. Von Lauterhorn rauschen wir mit achterlichem Wind 36 Meilen nach Visby. Der Wind ist ziemlich stark und treibt uns mit 6 Knoten vor sich her. Es ist sehr voll und wir finden gerade noch eine Lücke zwischen den vielen Schiffen hinter der gigantischen Kaimauer die den Hafen vor Nord und Westwinden schützt.

Ein erster Gang durch die Stadt ist beeindruckend. So viele schöne alte Häuser.  Und überall Rosen in den Gassen. Eben Stadt der Rosen. Und es gibt nichts, dass diesen schönen Eindruck stört. Keine Bausünden aus den 60er Jahren, keine Denkmäler durchgeknallter Architekten. Abends gehen wir auf den ehemaligen Richtplatz oberhalb des Doms mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt, das Meer und die untergehende Sonne.

Visby hat eine fast komplett erhaltene 3,5 km lange Stadtmauer und am nächsten Tag wandern wir an ihr entlang. Auf dem Weg  bestaunen wir die vielen Türme und machen kleine Abstecher zu den zahlreichen Kirchenruinen und anderen bedeutenden Bauten, Speicher und Wohnhäuser aus der Hansezeit.

Wir schlendern durch den botanischen Garten, besuchen das Gotlandmuseum und stärken uns im schönen Garten des Cafe Breda. Es gibt viele schöne Cafes, zum Teil in oder an den Kirchenruinen. 

Am letzten Tag entdecken wir noch zufällig die Glasbläserei. Als Erinnerung kaufen wir uns zwei schöne Weingläser. So werden wir zuhause fast täglich an unsere Reise nach Gotland erinnert werden.

Von Gotland bis Kalmar

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Sonntag sind wir von Gotland zum schwedischen Festland zurück.  Den gleichen Kurs nur ein paar Meilen weiter südlich. Der versprochene Wind kam wieder nicht also mit Motor. Gelandet sind wir dann in der Ankerbucht von Batsviken. Diese Bucht kenne ich und laufe sie immer wieder gerne an. Sie ist von bewaldeten Felsen umgeben und bietet immer Schutz. Am Ende stehen ein paar Hütten und diesmal weidete dort eine Herde Kühe. Wunderschön romantisch. Nur Erdmann war diesmal nicht da.

Das Wetter in diesem Jahr ist unglaublich. Nur leider nicht für alle so schön wie für Segler. Es gibt zahllose Waldbrände die kaum zu bändigen sind. Löschflugzeuge mussten von anderen Ländern geliehen werden. Obst und Getreide haben ihr Wachstum eingestellt. Trinkwasser wird wohl auch knapp und trotzdem gibt es Leute die es nicht lassen können, ihre Boote mit Trinkwasser abzuspülen.  Einmal hab ich versucht, böse zu gucken. Er hat es wohl gemerkt und den Hahn zugedreht.

Für uns weht es weiter günstig aus Nord und wir lassen uns langsam durch die Schären treiben. Wir segeln gemütlich in Richtung Loftahammer. Mal mit 1,5 Knoten, mal mit 3,5 und es ist wie ohne Anstrengung durch eine wunderschöne Landschaft zu spazieren. Ein Motorbootfahrer spricht uns an und meint, es sei wohl sehr beschwerlich bei so wenig Wind zu segeln. Können wir nicht bestätigen.

Wir ankern 10 Meilen vor Västervik in einer Bucht und segeln am nächsten Morgen dorthin. „Leider“ vertun wir uns mit dem Hafen. Keiner will Hafengeld haben bis uns klar wird, wir sind im Privatteil der Schweden gelandet. Da alle nur sehr freundlich zu uns sind, bleiben wir einfach dort.  Es stört offensichtlich niemanden. Auch diskutieren wir, ob wir fragen sollen. Wir lassen es.

In der Stadt lassen wir uns in einem schönen weichen Sofa im Espressohaus nieder und schlürfen Eiskaffee. Es gibt manchmal nichts schöneres als Leute zu beobachten und über sie zu spekulieren. Oder ist es lästern?

In einem Kaufhaus erstehen wir für 1000 SEK neue Klamotten. 3 Hosen, 1 Kleid und 2 T-Shirts. Schöne Sachen!

Donnerstag wollen wir uns mit Liane und Reinhard in Fiegeholm treffen. Nach ihren ganzen Motorproblemen haben sie es jetzt auch bis hierher geschafft. Es ist Dienstag und wir übernachten noch einmal in einer Bucht auf halbem Weg, Vipholmen. Auch eine Bucht die ich gerne besuche und von der ich immer zuhause erzähle. Jetzt kennt Doro sie auch. Donnerstag Mittag sind wir dann in Fiegeholm. Ein kleiner Sportboothafen, der bei deutschen Seglern sehr beliebt ist. Und so werden wir auch empfangen. Zwei gestandene Männer nehmen unsere Leinen an und als ich sie auf Englisch anspreche antworten sie, das sei doch nicht nötig, wir sind doch in Fiegeholm, fest in deutscher Hand.

Abends um halb neun kommen Liane, Reinhard und Hopi, ihr Hund. Sie freuen sich, nach 11 Stunden endlich dort angekommen zu sein. Wir versorgen sie mit Gegrilltem und Salat. Normalerweise verziehen wir uns ja wenn in der Dämmerung die Mücken kommen. Aber so in Gesellschaft an einem schönen Abend wird es dann doch etwas länger. Und so habe ich wieder ein paar Tage mit dem Juckreiz zu kämpfen. Ich glaube, mich mögen die Mücken besonders.

Den nächsten Tag verbringen wir mit einem ausgedehnten Frühstücksbrunch und wir nutzen eine der vielen Tische mit Bänken auf dem wunderschönen Platz im Hafen. Dort lernen wir auch noch die Besatzungen der Everjoy aus Holland und der Ruby kennen, Freunde von Andreas. Es wird sicher schön, wenn wir uns wieder begegnen.

Ein wenig getrübt wird die Stimmung durch ein blutiges Ohr von Hopi, nach dem Säubern scheint es aber erst mal gut zu sein. Am nächsten Tag stellt sich aber leider heraus, dass es ein Geschwür ist und Liane fährt mit ihm zu einem Tierarzt nach Kalmar.  Er wird dort operiert.

Wir sind inzwischen in Borgholm. Hier habe ich das erste Mal vor 3 Jahren Midsommer in Schweden erlebt. Tanz um den Baum und eine Riesenparty am Hafen. Auch jetzt geht hier richtig was ab. Aber wer und kennt, weiß das wir uns von sowas nicht stören lassen.  Wir schauen gerne zu.

Der Garten der Königsfamilie ist von seiner Anlage her sehr schön, nur leider hinterlässt der heiße Sommer auch hier deutlich seine Spuren. Viele Blumen sind trocken und die volle Pracht wie ich sie im Juni 2015 gesehen habe ist nicht mehr da. Der Besuch des Schlosses allerdings lohnt sich immer. Es ist einfach sehr beeindruckend und das Konzept der Präsentation überzeugend. Ein sehr schön gestaltetes Museum, wechselnde Kunstausstellungen, hochkarätige Musikveranstaltungen und auch ein interessantes Angebot für Kinder lassen auch einen wiederholten Besuch nicht langweilig werden. Und besonders schön ist auch das Kaffee mit leckeren frisch gebackenen Kaneelboller und Kaffee satt nach schwedischer Art.

 

Harstena und Gotland

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„Jeder Mensch sollte einmal in seinem Leben auf Gotland gewesen sein.“ So hab ich es irgendwo gelesen und ich glaube es stimmt. Doch erst mal starten wir in Nyköping. Mit reichlich Verspätung trifft der Flieger endlich in Stavska ein. Georg steht schon in der Warteschlange zum Bording während Doro das Flugzeug verlässt. Ungeduldig schaue ich auf die Uhr, in 5 Minuten geht der Bus und der nächste erst eineinhalb Stunden später. Aber da kommt sie und wir laufen zum Bus – alles ok.

In Nyköping gehen wir erst mal einkaufen und Kaffee trinken. Das Wetter zeigt sich von der besten Seite und die ganze nächste Woche sieht gut aus. Neben uns liegen Monika und Eckhard. Auch hier gab es einen Crewwechsel. Jetzt sind die Frauen an Bord. Alle freuen sich!!! Wir verbringen einen gemütlichen Abend zusammen und haben uns viel zu erzählen. Eckhard baut und vertreibt Hydro Generatoren. Ein Schaft hinten am Boot wie ein Außenborder. Nur anders herum und er erzeugt Strom beim Segeln. Wen es mehr interessiert: www.ocean-power.de

Am nächsten Morgen legen wir ab. Ziel Harstena. Gemütlich zieht die Kleine Brise nur mit der Genua durchs Wasser und an zahlreichen Schären vorbei.  Der Wind dreht langsam gegen uns und statt zu motoren laufen wir einen kleinen geschützten Ankerplatz an. Rundherum von kleinen Inseln eingeschlossen genießen wir den Abend. Die untergehende Sonne, das spiegelglatte Wasser liefert uns phantastische Bilder.

Am nächsten Morgen passt der Wind wieder und wir segeln die letzten 10 Meilen nach Harstena.

 

Unser erster Versuch, an den Felsen anzulegen misslingt leider. Es ist zu flach, der Kiel stößt sich immer wieder an Steine an. Das Wasser ist trüb und man sieht nichts. Wir versuchen wieder abzulegen aber irgendwie klemmen uns die Steine ein.  Ich mit langer Leine am Ufer, Doro an Bord, das Schiff zu weit entfernt um drauf zu kommen. Am Ran ziehen hindern uns die Steine. Hinten hängt noch der Heckanker.  Vor, zurück, Bugstrahlruder, irgendwann klappt es dann. Doro führt alle Kommandos bravourös aus die ich ihr vom Ufer aus zurufe. Zurück, Ankerleine rein, Bugstrahlruder links, Ankerleine lose und so weiter und so fort. Irgendwann ist sie soweit rum, dass sie mich wieder an Bord nehmen kann. Geschafft, weg da und ankern. So ein Mist. Aber gut, wir lassen uns die Laune nicht verderben. Das Schlauchboot wird flott gemacht. Es bewährt sich die Pumpe, die Reinhard mir letztes Jahr geschenkt hat. Das Schlauchboot ist schnell und einfach aufgepumpt.

Der 1. Tag geht zuende mit einem brillianten Feuerwerk am Himmel:

Harstena war von Anfang an einer meiner Lieblingsorte in den Schären. Der Ort ist einfach zu schön, es gibt eine Bäckerei an einem kleinen See mit roten Seerosen. Das Brot und der Kuchen dort sind köstlich. Ein kleiner Laden versorgt einen mit dem nötigsten, es gibt leckeren geräucherten Fisch und für den Notfall sogar ein Restaurant. In der Lagune kann man gegen alle Winde geschützt ankern und es ist von dort ein wunderschöner kleiner Spaziergang  in den Ort. Wir bleiben 3 Nächte und legen uns auch an den Felsen. In der letzten Nacht gehen wir allerdings wieder vor Anker. Der Wind hat gedreht und drückt uns von hinten auf das Ufer zu. Da haben wir beim freien Ankern doch einfach ein besseres Gefühl.  

 Dann segeln wir weiter in eine Bucht von der Wido und Parczyk schreiben, es sei ihre Lieblingsbucht. Es gibt ein altes Seezeichen von den Wikingern auf einem hohen Felsen mit einer atemberaubenden Aussicht auf die umliegenden Schären. 

Wir bleiben allerdings nicht über Nacht sondern gehen in eine kleine abgeschlossene Bucht in der Nähe von Fyrudden. Wir wandern dorthin, es gibt dort einen Supermarkt und wir kaufen ein paar Entrecotes und anderes ein. Am nächsten Morgen legen wir dort an, füllen Wassertank und Batterien und segeln dann weiter.

Der Wetterbericht verspricht für den nächsten Tag Wind aus Nord, genau richtig für die Überfahrt nach Gotland. Wir ankern am Eingang des Fjords nach Valdemarsvik und stellen den Wecker auf 5.3o Uhr. Los geht’s. Es ist bedeckt und windstill. Aber der Wind soll ja kommen.  Kommt aber nicht. Es wird eine lange Fahrt unter Motor und es regnet den ganzen Tag. Wir machen es uns unter der Sprayhood gemütlich. Etwas anderes kann man auf einer solchen Tour sowieso nicht tun. Regen im Hafen ist schlimmer.

Wir erreichen gegen 16 Uhr Likershamn auf Gotland. Hinter einer hohen Kaimauer finden wir einen sicheren Liegeplatz und es hat auch aufgehört zu regnen. Gotland – die Sonneninsel. Und die ersten Raukas. Der Jungfru Felsen, Steilküsten und jede Menge Fossilien. Wir sind begeistert. Dazu – was man in den Stockholmer Schären nie hat – Sonnenuntergang im Meer. Und wir lernen Dagmar und Klaus aus Berlin kennen. Sie liegen neben uns und gemeinsam bewundern wir das Farbenspiel der untergehenden Sonne und wärmen uns am Lagerfeuer hinter der Kaimauer. Ein langer Spaziergang am Strand beschert uns einen verspannten Rücken vom Suchen und einen schweren Rucksack voller Fossilien.

Das nächste Ziel ist Lauterhorn, 20 Meilen weiter nördlich auf der Insel Farö. Hier gibt es zahlreiche Raukas.

Unter anderem den oft fotografierten Hund. Mit den Fahrrädern radeln wir durch das Naturreservat und bestaunen  die wunderschöne Natur. Der Hafen ist klein und wird jeden Abend ziemlich voll. Die Boote liegen in Päckchen. Eine etwas karge aber sehr reizvolle Umgebung. Außer Wasser und Strom gibt es auch keine weitere Versorgung. Aber in 1 km Entfernung ein schönes Cafe. Wir probieren alle Kuchen aus.

Mit den Fahrrädern machen wir eine weite Tour an der Küste entlang nach Langhammeren, einem weiteren Naturreservat mit schönen Raukas. Auf der Küstenstrasse sind viele Autos, Wohnmobile und sogar Reisebusse unterwegs.  Schöne entspannte Tage und unbedingt anzulaufen.

 

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