Harstena und Gotland

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„Jeder Mensch sollte einmal in seinem Leben auf Gotland gewesen sein.“ So hab ich es irgendwo gelesen und ich glaube es stimmt. Doch erst mal starten wir in Nyköping. Mit reichlich Verspätung trifft der Flieger endlich in Stavska ein. Georg steht schon in der Warteschlange zum Bording während Doro das Flugzeug verlässt. Ungeduldig schaue ich auf die Uhr, in 5 Minuten geht der Bus und der nächste erst eineinhalb Stunden später. Aber da kommt sie und wir laufen zum Bus – alles ok.

In Nyköping gehen wir erst mal einkaufen und Kaffee trinken. Das Wetter zeigt sich von der besten Seite und die ganze nächste Woche sieht gut aus. Neben uns liegen Monika und Eckhard. Auch hier gab es einen Crewwechsel. Jetzt sind die Frauen an Bord. Alle freuen sich!!! Wir verbringen einen gemütlichen Abend zusammen und haben uns viel zu erzählen. Eckhard baut und vertreibt Hydro Generatoren. Ein Schaft hinten am Boot wie ein Außenborder. Nur anders herum und er erzeugt Strom beim Segeln. Wen es mehr interessiert: www.ocean-power.de

Am nächsten Morgen legen wir ab. Ziel Harstena. Gemütlich zieht die Kleine Brise nur mit der Genua durchs Wasser und an zahlreichen Schären vorbei.  Der Wind dreht langsam gegen uns und statt zu motoren laufen wir einen kleinen geschützten Ankerplatz an. Rundherum von kleinen Inseln eingeschlossen genießen wir den Abend. Die untergehende Sonne, das spiegelglatte Wasser liefert uns phantastische Bilder.

Am nächsten Morgen passt der Wind wieder und wir segeln die letzten 10 Meilen nach Harstena.

 

Unser erster Versuch, an den Felsen anzulegen misslingt leider. Es ist zu flach, der Kiel stößt sich immer wieder an Steine an. Das Wasser ist trüb und man sieht nichts. Wir versuchen wieder abzulegen aber irgendwie klemmen uns die Steine ein.  Ich mit langer Leine am Ufer, Doro an Bord, das Schiff zu weit entfernt um drauf zu kommen. Am Ran ziehen hindern uns die Steine. Hinten hängt noch der Heckanker.  Vor, zurück, Bugstrahlruder, irgendwann klappt es dann. Doro führt alle Kommandos bravourös aus die ich ihr vom Ufer aus zurufe. Zurück, Ankerleine rein, Bugstrahlruder links, Ankerleine lose und so weiter und so fort. Irgendwann ist sie soweit rum, dass sie mich wieder an Bord nehmen kann. Geschafft, weg da und ankern. So ein Mist. Aber gut, wir lassen uns die Laune nicht verderben. Das Schlauchboot wird flott gemacht. Es bewährt sich die Pumpe, die Reinhard mir letztes Jahr geschenkt hat. Das Schlauchboot ist schnell und einfach aufgepumpt.

Der 1. Tag geht zuende mit einem brillianten Feuerwerk am Himmel:

Harstena war von Anfang an einer meiner Lieblingsorte in den Schären. Der Ort ist einfach zu schön, es gibt eine Bäckerei an einem kleinen See mit roten Seerosen. Das Brot und der Kuchen dort sind köstlich. Ein kleiner Laden versorgt einen mit dem nötigsten, es gibt leckeren geräucherten Fisch und für den Notfall sogar ein Restaurant. In der Lagune kann man gegen alle Winde geschützt ankern und es ist von dort ein wunderschöner kleiner Spaziergang  in den Ort. Wir bleiben 3 Nächte und legen uns auch an den Felsen. In der letzten Nacht gehen wir allerdings wieder vor Anker. Der Wind hat gedreht und drückt uns von hinten auf das Ufer zu. Da haben wir beim freien Ankern doch einfach ein besseres Gefühl.  

 Dann segeln wir weiter in eine Bucht von der Wido und Parczyk schreiben, es sei ihre Lieblingsbucht. Es gibt ein altes Seezeichen von den Wikingern auf einem hohen Felsen mit einer atemberaubenden Aussicht auf die umliegenden Schären. 

Wir bleiben allerdings nicht über Nacht sondern gehen in eine kleine abgeschlossene Bucht in der Nähe von Fyrudden. Wir wandern dorthin, es gibt dort einen Supermarkt und wir kaufen ein paar Entrecotes und anderes ein. Am nächsten Morgen legen wir dort an, füllen Wassertank und Batterien und segeln dann weiter.

Der Wetterbericht verspricht für den nächsten Tag Wind aus Nord, genau richtig für die Überfahrt nach Gotland. Wir ankern am Eingang des Fjords nach Valdemarsvik und stellen den Wecker auf 5.3o Uhr. Los geht’s. Es ist bedeckt und windstill. Aber der Wind soll ja kommen.  Kommt aber nicht. Es wird eine lange Fahrt unter Motor und es regnet den ganzen Tag. Wir machen es uns unter der Sprayhood gemütlich. Etwas anderes kann man auf einer solchen Tour sowieso nicht tun. Regen im Hafen ist schlimmer.

Wir erreichen gegen 16 Uhr Likershamn auf Gotland. Hinter einer hohen Kaimauer finden wir einen sicheren Liegeplatz und es hat auch aufgehört zu regnen. Gotland – die Sonneninsel. Und die ersten Raukas. Der Jungfru Felsen, Steilküsten und jede Menge Fossilien. Wir sind begeistert. Dazu – was man in den Stockholmer Schären nie hat – Sonnenuntergang im Meer. Und wir lernen Dagmar und Klaus aus Berlin kennen. Sie liegen neben uns und gemeinsam bewundern wir das Farbenspiel der untergehenden Sonne und wärmen uns am Lagerfeuer hinter der Kaimauer. Ein langer Spaziergang am Strand beschert uns einen verspannten Rücken vom Suchen und einen schweren Rucksack voller Fossilien.

Das nächste Ziel ist Lauterhorn, 20 Meilen weiter nördlich auf der Insel Farö. Hier gibt es zahlreiche Raukas.

Unter anderem den oft fotografierten Hund. Mit den Fahrrädern radeln wir durch das Naturreservat und bestaunen  die wunderschöne Natur. Der Hafen ist klein und wird jeden Abend ziemlich voll. Die Boote liegen in Päckchen. Eine etwas karge aber sehr reizvolle Umgebung. Außer Wasser und Strom gibt es auch keine weitere Versorgung. Aber in 1 km Entfernung ein schönes Cafe. Wir probieren alle Kuchen aus.

Mit den Fahrrädern machen wir eine weite Tour an der Küste entlang nach Langhammeren, einem weiteren Naturreservat mit schönen Raukas. Auf der Küstenstrasse sind viele Autos, Wohnmobile und sogar Reisebusse unterwegs.  Schöne entspannte Tage und unbedingt anzulaufen.