Von Gotland bis Kalmar

Fotogalerie

Sonntag sind wir von Gotland zum schwedischen Festland zurück.  Den gleichen Kurs nur ein paar Meilen weiter südlich. Der versprochene Wind kam wieder nicht also mit Motor. Gelandet sind wir dann in der Ankerbucht von Batsviken. Diese Bucht kenne ich und laufe sie immer wieder gerne an. Sie ist von bewaldeten Felsen umgeben und bietet immer Schutz. Am Ende stehen ein paar Hütten und diesmal weidete dort eine Herde Kühe. Wunderschön romantisch. Nur Erdmann war diesmal nicht da.

Das Wetter in diesem Jahr ist unglaublich. Nur leider nicht für alle so schön wie für Segler. Es gibt zahllose Waldbrände die kaum zu bändigen sind. Löschflugzeuge mussten von anderen Ländern geliehen werden. Obst und Getreide haben ihr Wachstum eingestellt. Trinkwasser wird wohl auch knapp und trotzdem gibt es Leute die es nicht lassen können, ihre Boote mit Trinkwasser abzuspülen.  Einmal hab ich versucht, böse zu gucken. Er hat es wohl gemerkt und den Hahn zugedreht.

Für uns weht es weiter günstig aus Nord und wir lassen uns langsam durch die Schären treiben. Wir segeln gemütlich in Richtung Loftahammer. Mal mit 1,5 Knoten, mal mit 3,5 und es ist wie ohne Anstrengung durch eine wunderschöne Landschaft zu spazieren. Ein Motorbootfahrer spricht uns an und meint, es sei wohl sehr beschwerlich bei so wenig Wind zu segeln. Können wir nicht bestätigen.

Wir ankern 10 Meilen vor Västervik in einer Bucht und segeln am nächsten Morgen dorthin. „Leider“ vertun wir uns mit dem Hafen. Keiner will Hafengeld haben bis uns klar wird, wir sind im Privatteil der Schweden gelandet. Da alle nur sehr freundlich zu uns sind, bleiben wir einfach dort.  Es stört offensichtlich niemanden. Auch diskutieren wir, ob wir fragen sollen. Wir lassen es.

In der Stadt lassen wir uns in einem schönen weichen Sofa im Espressohaus nieder und schlürfen Eiskaffee. Es gibt manchmal nichts schöneres als Leute zu beobachten und über sie zu spekulieren. Oder ist es lästern?

In einem Kaufhaus erstehen wir für 1000 SEK neue Klamotten. 3 Hosen, 1 Kleid und 2 T-Shirts. Schöne Sachen!

Donnerstag wollen wir uns mit Liane und Reinhard in Fiegeholm treffen. Nach ihren ganzen Motorproblemen haben sie es jetzt auch bis hierher geschafft. Es ist Dienstag und wir übernachten noch einmal in einer Bucht auf halbem Weg, Vipholmen. Auch eine Bucht die ich gerne besuche und von der ich immer zuhause erzähle. Jetzt kennt Doro sie auch. Donnerstag Mittag sind wir dann in Fiegeholm. Ein kleiner Sportboothafen, der bei deutschen Seglern sehr beliebt ist. Und so werden wir auch empfangen. Zwei gestandene Männer nehmen unsere Leinen an und als ich sie auf Englisch anspreche antworten sie, das sei doch nicht nötig, wir sind doch in Fiegeholm, fest in deutscher Hand.

Abends um halb neun kommen Liane, Reinhard und Hopi, ihr Hund. Sie freuen sich, nach 11 Stunden endlich dort angekommen zu sein. Wir versorgen sie mit Gegrilltem und Salat. Normalerweise verziehen wir uns ja wenn in der Dämmerung die Mücken kommen. Aber so in Gesellschaft an einem schönen Abend wird es dann doch etwas länger. Und so habe ich wieder ein paar Tage mit dem Juckreiz zu kämpfen. Ich glaube, mich mögen die Mücken besonders.

Den nächsten Tag verbringen wir mit einem ausgedehnten Frühstücksbrunch und wir nutzen eine der vielen Tische mit Bänken auf dem wunderschönen Platz im Hafen. Dort lernen wir auch noch die Besatzungen der Everjoy aus Holland und der Ruby kennen, Freunde von Andreas. Es wird sicher schön, wenn wir uns wieder begegnen.

Ein wenig getrübt wird die Stimmung durch ein blutiges Ohr von Hopi, nach dem Säubern scheint es aber erst mal gut zu sein. Am nächsten Tag stellt sich aber leider heraus, dass es ein Geschwür ist und Liane fährt mit ihm zu einem Tierarzt nach Kalmar.  Er wird dort operiert.

Wir sind inzwischen in Borgholm. Hier habe ich das erste Mal vor 3 Jahren Midsommer in Schweden erlebt. Tanz um den Baum und eine Riesenparty am Hafen. Auch jetzt geht hier richtig was ab. Aber wer und kennt, weiß das wir uns von sowas nicht stören lassen.  Wir schauen gerne zu.

Der Garten der Königsfamilie ist von seiner Anlage her sehr schön, nur leider hinterlässt der heiße Sommer auch hier deutlich seine Spuren. Viele Blumen sind trocken und die volle Pracht wie ich sie im Juni 2015 gesehen habe ist nicht mehr da. Der Besuch des Schlosses allerdings lohnt sich immer. Es ist einfach sehr beeindruckend und das Konzept der Präsentation überzeugend. Ein sehr schön gestaltetes Museum, wechselnde Kunstausstellungen, hochkarätige Musikveranstaltungen und auch ein interessantes Angebot für Kinder lassen auch einen wiederholten Besuch nicht langweilig werden. Und besonders schön ist auch das Kaffee mit leckeren frisch gebackenen Kaneelboller und Kaffee satt nach schwedischer Art.